Traditionelle chinesische Medizin (TCM)
Fliesst das Qi frei, ist der Mensch gesund.
Diese jahrtausendalte Heilkunde ist ganzheitlich. Sie sieht Körper, Seele und Geist als Einheit. Sie ist eine wertvolle und wirksame Unterstützung, die Lebensenergie Qi in harmonischem Fluss zu bringen und dadurch Blockaden und energetische Ungleichgewichte zu lösen.
Als Folge fühlen wir uns gesund, vital und in einer angenehmen inneren Balance. Wir erfreuen uns an starker Lebenskraft und Lebensfreude.
Vor gut 6000 Jahren entstanden die Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie sind u.a. geprägt von einem Menschen- und Weltbild aus dem Schamanismus und der Naturphilosophie. Sie betrachten den gesamten Mikro- und Makrokosmos als eine Einheit. Die tiefen Gesetzmässigkeiten des Lebens, der Lebenskräfte und der Lebensführung sind auch heute noch sehr kostbar, um körperliche, mentale, emotionale und spirituelle Balance zu fördern. Sie helfen, sein Leben im inneren und äusseren Einklang zu führen.
In meiner Naturheilpraxis in Luzern setze ich diese bewährten, wirksamen Methoden gezielt ein, um eine ganzheitliche Gesundheit zu ermöglichen und/oder zu erhalten. Denn die TCM hat eine starke, zentrale Ausrichtung auch in der Prävention, d.h., der Gesunderhaltung und Vorbeugung von Beschwerden.
Hauptziel dieser östlichen Heilkunde ist es, dass unsere Lebensenergie Qi frei und harmonisch fliesst, sodass Körper, Seele und Geist im Einklang sind. So unterstützt die TCM Ihre ganzheitliche Gesundheit, steigert Ihre Lebenskraft und fördert emotionale und mentale Ausgeglichenheit. Eine wesentliche Wirkkraft der Chinesischen Medizin ist die Stärkung der körpereigenen Selbstheilungskräfe. Die wohl wichtigste Basis für unsere ganzheitliche Gesundheit.
Die wirksamen Methoden der TCM wirken über den Körper und sein Energiesystem, um Dysbalancen und Stagnationen der Lebensenergie wieder in harmonischen Fluss zu bringen. Dadurch kann die TCM bei akuten und chronischen Beschwerden helfen – bei körperlichen Symptomen oder Beschwerden, emotionalen Belastungen oder mentalen Überlastungen.
Für alle, welche mehr über die Ursprünge, Philosophie und auch Spiritualität der TCM erfahren möchten, hier ein kurzer Überblick:
Dao erzeugte eins.
Eins erzeugte zwei.
Zwei erzeugte drei.
Drei erzeugte die Zehntausend Dinge.
Laotse
Naturphilosophie, Daoismus – Dao erzeugte eins
Durch die Beobachtung der Natur erkannten die Chinesen vor vielen Jahren eine grosse Weisheit in allem Lebendigen. Sie schauten in diesen Spiegel und erkannten universelle Gesetzmässigkeiten. Sie lasen daraus auch bedeutsame Erklärungen der vielen Ebenen des Daseins und die verschiedenen Dynamiken der Energie und haben diese Erkenntnisse in der Lebensweise, Philosophie und Heiltradition integriert.
So erkannten die Weisen, dass in allem Lebendigen inhärent eine grundlegende höhere Ordnung vorhanden ist, welche aus sich selbst heraus harmonisch, selbstregulierend und selbstorganisierend ist – spontan und natürlich. Diese Ordnung zeigt sich überall; im Kleinsten wie auch im Grössten. Dahinter liegend und jene Ordnung durchdringend erkannten sie etwas Geheimnisvolles, welches sie das Dao nannten. Sie bezeichneten es als das Namenlose. Diess Unbenennbare ist der Ursprung von allem was ist.
Aus dieser Perspektive ist alles Existierende eine lebendige Einheit; alles ist miteinander verbunden.
Wer festhält das grosse Urbild
zu dem kommt die Welt.
Sie kommt und wird nicht verletzt
in Ruhe, Gleichheit und Seligkeit.
Laotse
Yin und Yang – Eins erzeugte zwei.
Yin und Yang stehen für die zwei Urkräfte und stehen für die Polarität. Bekannt ist das Symbol «Tai Chi». Tai bedeutet Ur, Chi bedeutet Mitte. Es ist ein Kreis (Dao) mit einer geschwungenen Mittellinie, die weiss und schwarz trennt. Im Weiss hat es einen schwarzen Punkt. Im Schwarz ist ein weisser Punkt.
Dieses Symbol zeigt uns Menschen, dass das Eine ohne das Andere nicht sein kann. Das Eine ist im Anderen enthalten und umgekehrt. Die zwei Gegensätze bedingen und ergänzen einander und bilden so eine Ganzheit. Das Eine bringt das Andere hervor und umgekehrt. Die Zwei sind in Relation zueinander zu verstehen. Wenn man sie betrachtet, entsteht ganz natürlich ein gleichwertiger Blickwinkel; Dieser ist wichtig, denn sonst trennt man sie voneinander.
Die Lehre von Yin und Yang zeigt uns auch auf, dass die angestrebte Balance für unsere Gesundheit eine Dynamische ist, weil Yin und Yang nicht statisch sind. Es ist nichts fix im Universum. Hier wird das Gesetz der Wandlung zum ersten Mal sichtbar. Alles fliesst, alles ist immer wieder neu in jedem Augenblick. Das Gesetz der Wandlung verweist auch auf das natürliche Gesetz der Vergänglichkeit.
Die Chinesische Medizin unterliegt also einem zyklischen Welt- und Selbstverständnis. Diese Zyklen im Grossen, wie auch im Kleinen begegnen uns täglich, z.B. Tag und Nacht.
Der ganze Reiz und die ganze
Schönheit des Lebens setzen sich
aus Licht und Schatten zusammen.
Leo Tolstoi
Die Lehre vom Qi und den Meridianen – Zwei erzeugte drei
Das Zusammenwirken von Yin und Yang bringt Qi hervor. Das chineische Schriftzeichen für Qi enthält die Zeichen für «Dampf» und «Reis». Qi ist also zugleich Masse (Reis) und Energie (Dampf). Alle Lebensformen sind Ausdruck von Qi. In der Umgangssprache wird Qi vereinfacht mit Lebensenergie übersetzt. Qi ist dynamisch und durchdringt alles Lebendige. Was Qi ist, weiss letztendlich niemand. Jedoch ist es möglich, Qi zu erfahren, z.B. in der Akupunkturbehandlung.
Durch Qi bewegen sich die Planeten, scheint die Sonne oder bläst der Wind. Qi lässt unser Herz schlagen. Qi belebt jede Zelle unseres Körpers. Es ist folglich die Grundlage, welche Leben ermöglicht. Fliesst diese Energie Qi frei, so sind die Lebensprozesse harmonisch, rhythmisch und gesund.
Durch die Beobachtung der fliessenden Bewegungen des Qi im Körper entstand das Wissen von den Meridianen (Leitbahnen) und den Akupunkturpunkten. Diese Leitbahnen durchziehen unseren Körper wie ein dichtes Netz. Jede Zelle ist angeschlossen. Auf vielen dieser Leitbahnen gibt es Orte, wo sich das Qi strudelförmig bündelt. Diese Sammelstellen nennt man Akupunkturpunkte. Jeder dieser Punkte hat ein ganz spezifisches Wirkspektrum.
Der Geist,
der allen Dingen Leben verleiht,
ist die Liebe.
Tschu-Li
Die fünf Wandlungsphasen – Drei erzeugt die Zehntausend Dinge
Durch das Qi existiert alles im Mikro- und Makrokosmos. Dies ist mit den zehntausend Dingen angedeutet. Durch das Qi existieren auch die fünf Wandlungsphasen. Die zehntausend Dinge – also alles was existiert – können diesen Wandlungsphasen zugeordnet werden.
Auch diese Lehre lasen die alten Weisen aus der Natur und ihren Rhythmen. Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser stehen in zyklischer Wechselwirkung und in Verbindung miteinander. Auch sie sind in ihrem Zusammenwirken zu betrachten, da sie miteinander in Beziehung stehen, einander nähren und kontrollieren. Sie sind also voneinander abhängig und beeinflussen einander.
Auch in dieser Sichtweise wird das Gesetz der Wandlung gespiegelt. Die Ebene der Dualität «mit den 10 000 Dingen» ist in der Dimension von Zeit und Raum. Alles was ist, wird geboren, lebt und stirbt.
Holz produziert Feuer.
Feuer produziert Erde.
Erde bringt Metall hervor.
Metall produziert Wasser und
Wasser erzeugt das Holz.
Zehntausend Dinge
entstehen und vergehen.
Sie wachsen und blühen
und kehren zur Quelle zurück.
Laotse
Gesundheit und Krankheit im Verständnis der TCM
Die Chinesische Medizin ist mehr funktionell als strukturell orientiert, wobei sie trotzdem beides beinhaltet. Störungen der Gesundheit sind nicht nur Folgen von biologischen, biochemischen und/oder strukturellen oder stofflichen Veränderungen der Gewebe oder Organe, sondern werden als Disharmonie auf der energetischen Ebene verstanden. Symptome sind so auf eine Weise nichts Fixes oder Statisches, wie sie uns so oft vorkommen, sondern sind Ungleichgewichte der Energien auf einer feinstofflichen Ebene. Diese können sich mit der Zeit allerdings auch auf der körperlichen Ebene zeigen können.
So sagt man in der TCM ganz vereinfacht: «Fliesst das Qi frei und harmonisch, ist der Mensch (oder das Lebewesen oder die Natur) gesund.» Wird der Qi Fluss hingegen durch innere Einflüsse (z.B. verdrängte oder zu starke Emotionen) oder äussere Einflüsse (z.B. Kälte, Hitze, Unfälle, Traumata, Verhaltensweisen, etc.) gestört oder gar blockiert, entsteht Disharmonie. Mit der Zeit kann sie sich als körperliche, psychische oder seelische Beschwerden oder Krankheiten manifestieren, abhängig von der Ebene, welche betroffen ist.
«Du brauchst mich, um zu wachsen;
Und ich habe auf dich gewartet,
um heilig gemacht zu werden.
Immer wieder hast du mich, ohne es zu wissen, begehrt;
Und schon immer habe ich dich zu mir gelockt …
Kommst du?»
Teilhard de Chardin / Aus dem Buch «Das Herz der Materie»
Die Wurzel der Heilung
Aus dem Blickwinkel einer weit in der Vergangenheit liegender Zeit würde ein Daoist vermutlich auf Folgendes hinweisen, wenn wir ihn nach der Wurzel der Heilung fragen würden: «Wenn sich ein Mensch vom Dao entfernt hat, kann er wieder zurückkehren zum Ursprung – in sich selbst. Es ist ein innerer Weg der Transformation. Wenn der Mensch still ist, ist er in Frieden mit allem, was ist. Dieses tiefe Stillwerden können alle Menschen erfahren. Es ist ein einfaches, natürliches Menschsein in Harmonie, mit allem was ist. Innen Harmonie – aussen Harmonie.» Und natürlich gibt es unzählige solcher Perspektiven auch aus allen anderen östlichen Traditionen.
Für uns hier in der westlichen Welt ist und bleibt jedoch das Anliegen meistens dabei, dass wir die Beschwerden, Symptome oder Krankheiten gerne wieder gesund «haben wollen» und das ist auch gut so. Wir möchten z.B. dass unser Knie wieder schmerzfrei ist, dass die schlaflosen Nächte aufhören und wir durchschlafen können, dass der Liebeskummer vorbeigeht und das Herz nicht mehr schmerzt oder unser Burnout endlich wieder in eine Lebenszeit übergeht, wo wir vor Lebensenergie nur so sprudeln, usw.
Die Ordnung auf all diesen Ebenen, die uns als Mensch in unserer Kultur beschäftigt, wieder herzustellen, ist durchaus möglich. Ich staune im Praxisalltag immer wieder, wie diese doch aus früherer Zeit stammenden Medizin in der heutigen Zeit, für den heutigen Menschen zutiefst heilsam wirkt.
Die Harmonie dient als Grundlage
der Existenz,
das Wohlwollen ist
der Seele Tugend.
Laotse
Ein geregeltes Leben führen
Ganz vereinfacht und als Grundsatz formuliert geht es darum, in allem den für sich richtigen «Mittelweg» zu finden; wie Sie sich vielleicht inzwischen denken können, ist auch dieser nichts Fixes.
Ein geregeltes Leben ist also keine «Regel» und schon gar nicht eine, welche für alle gleich gilt. Es ist vielmehr ein Leben, welches dem eigenen Wesen, seinem Temperament, den eigenen Fähigkeiten und seiner inneren Natur entspricht.
Ganz sicher ist es sinnvoll, für genügend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und körperliche Bewegung zu sorgen. Es ist wichtig, Aktivität und Ruhephasen im Gleichgewicht zu halten. Dies ist für uns Menschen oft eine tägliche Herausforderung. Besonders in der heutigen Zeit, in der wir uns ständig mit etwas beschäftigen können, wir mit vielen Eindrücken konfrontiert sind und im Alltag meistens stark gefordert werden. Deshalb gehört dazu, die Gelassenheit zu kultivieren, damit auch unsere Gefühls- und Gedankenwelt ausgeglichen bleibt.
Im alten China wurde die Pflege der Lebenskraft «Yang Sheng» genannt. «Yang Sheng» beinhaltete alle Tätigkeiten, welche der Mensch mit der rechten inneren Haltung und der rechten Ausrichtung (Dao) tut. Und natürlich, die anderen Menschen durch deren «Konsumation» gleichzeitig dahinein führt. In früherer Zeit umfasste dies nicht nur die Körperübungen des Tai Ji / Qi Gong, sondern auch die Kunst, Lyrik, Musik, etc.; eigentlich alles, was den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit nährt, stärkt und erfreut.
Du musst nicht nach draussen gehen,
um besser zu sehen,
noch aus dem Fenster spähen.
Verweile lieber in der Mitte deines Lebens…
Suche dein Herz und schaue…
Der Weg, etwas zu tun, ist da zu sein.
Laotse